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Auto-News

Freitag 4. September. 2009

Schrumpfkur: Die IAA wird kleiner und grüner

Von: Autokietz

"Kleckern und Klotzen - aber im Kleinen", könnte in diesem Jahr das Motto der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) lauten. Wie der Veranstalter mitteilt, haben sich bisher 753 Aussteller aus 30 Ländern angemeldet - 30 Prozent weniger als im vorigen Jahr. Die Zahl der Hersteller liegt mit 62 Firmen um rund 7 Prozent unter der des Vorjahres. Ebenso die Ausstellungsfläche. Sie schrumpft um rund 15 Prozent auf 185.000 Quadratmeter. Dennoch bleibt die am 17. September in Frankfurt/Main beginnende Ausstellung die größte Auto-Show der Welt.

Drei Mal Bluemotion aus Wolfsburg

Ein großes Thema auf der IAA sind umweltfreundlich(er)e Autos. Volkswagen fährt gleich mit drei neuen Bluemotion-Modellen nach Frankfurt. Ihr neuer Polo-Bluemotion soll dank Start-Stopp-Automatik und Bremskraft-Rückgewinnung bei einer Leistung von 55 KW / 75 PS mit einem Verbrauch von nur 3,3 Litern Dieselkraftstoff auf 100 Kilometern auftrumpfen. Einmal vollgetankt (45 Liter), kommt das Gefährt aus Wolfsburg auf eine Reichweite von fast 1.400 Kilometern. In den Handel soll das Modell bereits Anfang 2010 kommen. Laut Preisliste soll der Polo-Bluemotion in der Basisausstattung zum Preis von rund 16.000 Euro erhältlich sein. Der Preis liegt damit nur leicht unter dem Einstiegspreis des neuen "bluemotionsfreien" Golfs.

Der große Bruder des Polos ist der Golf. In der Bluemotion-Variante mit 1,6-Liter-Common-Rail-Motor und einer Leistung von 77 KW / 105 PS verbraucht er im Schnitt 3,8 Liter auf 100 Kilometer. Verkaufsstart soll nach Angaben aus Wolfsburg der "späte Herbst" sein, wobei der grüne Daumen des Käufers mindestens 21.100 Euro für das neue Modell hinblättern muss.

Dritter im Bunde ist der Passat-Bluemotion. Unter seiner Motorhaube arbeitet das gleiche Aggregat wie im Golf-Bluemotion. Der Verbrauch liegt bei 4,4 Litern Diesel, der Preis startet bei rund 27.100 Euro.

Allerlei Hybrides von BMW

Die Neuerungen von BMW stehen ebenfalls im Zeichen der Umwelt. Die Münchener präsentieren auf der IAA Hybrid-Versionen klassischer Baureihen, so etwa den BMW X6 Hybrid und den BMW 7er Hybrid. Ihre Gemeinsamkeit: Sie kombinieren einen V8-Motor einem Elektromotor, was beim 7er bei einem CO2-Ausstoß von 212 Gramm pro Kilometer zu einer Leistung von Formel 1-tauglichen 465 PS führt.

Hybrid-Technik auch von Peugeot und KIA

Peugeot stellt auf der IAA das Modell Peugeot 3008 Hybrid 4 vor. Das Gefährt soll jedoch erst 2011 in Serie gehen. Der Dieselmotor soll dabei 200 PS auf die Straße legen, unterstützt von einem 37 PS leistenden E-Motor, wobei der Kohlendioxid-Ausstoß bei konkurrenzlosen 99 Gramm pro Kilometer liegen soll.

Leider nur "Forschungsfahrzeuge" in punkto Hybridantrieb präsentiert KIA. Kia Ceed und KIA Sorento nennen sich die beiden "Umweltwagen", die am 17. September in Frankfurt ihre Premiere feiern. Beide haben zur Unterstützung einen 15 KW / 20 PS leistenden Elektromotor unter der Haube. Hinzu kommt beim Ceed ein Benzinmotor mit 1,6 Litern Hubraum und 93 KW / 126 PS sowie beim Sorento ein Dieselmotor mit 120 KW / 163 PS. Beide Modelle sollen in den kommenden Jahren umfangreiche Testfahrten absolvieren, ehe sie dann - "irgendwann" mag man anmerken - erhältlich sein sollen.

Mercedes fährt mit Brennstoffzellen voraus

Als einziger Hersteller wird Mercedes auf der IAA ein Brennstoffzellen-Aggregat zeigen, leider jedoch vorerst nur als Studie. Mercedes B-Klasse F-Cell heißt das 100 KW starke Gefährt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 170 Kilometern pro Stunde und ist eine Weiterentwicklung des Anfang 2009 in Detroit vorgestellten "Conceptcars". Zwar soll das Fahrzeug noch in diesem Jahr in Kleinserie gehen, bis es jedoch in den Autohäusern steht, dürfte noch einige Zeit verstreichen.

Die IAA - Spiegel der Marktsituation?

Unterdessen rüstet sich die Autobranche in Deutschland für die Zeit nach der Abwrackprämie. Den düstersten aller Prognosen zufolge seien nach dem Auslaufen der stattlich-staatlichen Subventionierung für die Automobilindustrie rund 90.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Alles halb so schlimm, erklärt dagegen Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbandes VDA. Seiner Einschätzung nach seien derartige Prognosen vor November oder Dezember "Kaffeesatzleserei". Klar sei laut Wissmann nur, dass es im Inlandsgeschäft eine Abschwächung geben werde. Wie groß sie jedoch ausfalle, wisse zum  gegenwärtigen Zeitpunkt niemand. Es komme entscheidend auf die Nachfrage aus dem Ausland, den Export, an, so Wissmann, der einer möglichen , im Wahlkampf kolportierten Verlängerung der Abwrackprämie zugleich eine Absage erteilte.


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