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Neues rund ums Auto

Bremsscheiben und Bremsbeläge: Richtige Wartung hilft schwere Unfälle vermeiden

Created by Autowerkstatt Kietz, 15754 Heidesee |

Bremsen leisten Schwerstarbeit und sorgen für Sicherheit beim Fahren. Entsprechend groß sollte die ihnen geschenkte Aufmerksamkeit sein.

Kaum ein anderes Bauteil im Auto leistet mehr Arbeit als die Bremsanlage. Sie muss ein tonnenschweres Fahrzeug binnen kurzer Zeit zum Stehen bringen. Wird die Bremsanlage nicht oder schlecht gewartet, kann sie ihren Dienst versagen – mit fatalen Folgen für Insassen und Fahrzeug.

Doch wie funktioniert eigentlich das Bremssystem?

Pkw haben eine so genannte „Reibbremsanlage“. Beim Bremsen werden die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe oder Bremstrommel gepresst. Es entsteht Reibung, dabei wird Bewegungsenergie in thermische Energie umgewandelt und die Geschwindigkeit des Fahrzeuges reduziert. Für die Kraftübermittlung vom Bremspedal zur Bremsanlage sorgt die Bremsflüssigkeit. Sie überträgt den Druck des Bremspedals auf die Bremse und sollte in regelmäßigen Abständen vom Fachmann respektive Fachfrau erneuert werden.

Was ist der Unterschied zwischen Scheibenbremse und Trommelbremse?

Eine Trommelbremse drückt von innen gegen eine Trommel. Nachteil einer Trommelbremse: Da ihre Bremswirkung aber bei der Erhitzung in Folge des Bremsens nachlässt, findet sie oft nur bei Kleinwagen und dort auch nur an der weniger beanspruchten Hinterachse Anwendung.
Bei der Scheibenbremse drücken Bremsbelege von zwei Seiten die Bremsscheibe. Der Nachteil: Einerseits ist sie offen und daher Umwelteinflüssen stärker ausgesetzt. Der Vorteil der Scheibenbremse: Andererseits ist dies auch ein Vorteil, denn sie kann die Hitze beim Bremsen besser abführen. Das führt zu einer gleichmäßigeren Bremskraft.

Was ist Rekuperation?

Relativ neu ist neben der Reibbremsanlage die Rekuperations-Bremsanlage, die unter anderem in Elektrofahrzeugen Verwendung findet. Sie wandelt die Bewegungsenergie in elektrische Energie um. Dazu wird der Elektromotor zu einem Generator und die Energie in den Akku zurückgespeist. Die Intensität wird von der Elektronik in Abhängigkeit von Gaspedalstellung, dem Bremspedal-Druck und weiteren Einstellungen gesteuert. Auch Voreinstellungen des Herstellers bei der Bremsenergie-Rückgewinnung spielen eine Rolle.

In welchen Intervallen muss man Bremsbeläge und Bremsscheiben wechseln?

Bremsbelag und Bremsschreibe unterliegen einem Verschleiß und müssen daher regelmäßig kontrolliert und auch erneuert, sprich gewechselt, werden. Heutige Fabrikate halten durchaus 40.000 km und mehr. Die Höhe des Verschleißes hängt dabei nicht nur vom Fahrzeug, sondern auch von der Fahrweise ab. Daneben spielen Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit (Korrosion) und im Winter das Streusalz eine Rolle. Werden bei älteren Fahrzeugen die Bremsbeläge oft früher ersetzt als die Bremsscheiben, so findet bei modernen Autos in der Regel zeitgleicher Austausch statt.

So erkennt man abgenutzte Bremsbeläge und Bremsscheiben

Bremsscheiben und -beläge können eine ganze Reihe von Schadbildern aufweisen. Sie bedingen in jedem Fall des geschulten Blickes eines Kfz-Experten. Allerspätestens bei einem Restbelag von nur noch rund einem Millimeter bei Trommelbremsen sollte ein Austausch vorgenommen werden. Einige KfZ verfügen auch über eine Bremsverschleißanzeige im Kombi-Instrument im Cockpit. TÜV-Prüfer schauen sich das Bremssystems wegen dessen Bedeutung für die Fahrsicherheit genauestens an.

Welche Schadbilder an der Bremse gibt es?

Die Schadbilder an der Bremse können vielgestaltig sein. Beispielsweise kann sich der

  • Reibbelag teilweise oder vollständig von der Belagträgerplatte gelöst haben,
  • es können sich Riefen im Reibbelag befinden,
  • Material- oder Kantenabbrüche an den Rändern des Reibbelages gebildet haben,
  • die Bremsbeläge einseitig und unterschiedlich stark abgenutzt sein,
  • der Reibbelag kann hat eine glatte, poliert aussehende harte Oberfläche angenommen haben,
  • die Reibbelagfläche kann durch Öl oder Fett verunreinigt sein,
  • der Reibring der Bremsscheibe hat horizontale Rillen oder Riefen in der Lauffläche,
  • die Bremsscheibe hat über den Umfang verteilt eine unterschiedliche Scheibenstärke („Dickendifferenz“).
  • uvam.

Auch können defekte oder nicht funktionierende Bauteile von Radaufhängung oder Lenkung Einfluss auf das Bremsverhalten des Fahrzeuges nehmen.

Was kostet der Wechsel von Bremsscheiben und Bremsbelägen?

Die Kosten unterscheiden sich je nach Aufwand und Modell. Bei größeren Fahrzeugen ist eine leistungsfähigere Bremsanlage verbaut, deren Wartung und Austausch mit mehr Aufwand verbunden sein kann.

Sollte man Bremsbeläge und Bremsscheiben selbst wechseln?

Laut ADAC sollten dies Laien unbedingt unterlassen, zumal es um die Sicherheit für Insassen und Fahrzeug geht. Arbeiten an der Bremsanlage gehören zum Kompetenzkreis von Experten und erfordern Spezialwerkzeug. Ob nach längerer Standzeit merkwürdige Geräusche beim Bremsen entstehen oder Vibrationen am Lenkrad beim Bremsen oder dem Tritt aufs Bremspedal auftreten – die Ursache sollte in jedem Fall in einer Autowerkstatt abgeklärt werden.

Die Gefahren des Sparens

Nimmt es der Kunde mit der Wartung nicht ganz so genau und werden die Bremsbeläge zu spät gewechselt, kann nicht nur die Bremswirkung plötzlich auf dramatische Weise nachlassen, wodurch sich der Bremsweg massiv erhöht. Hinzu kommen Schäden am Träger des Belages, auf den die Bremsscheibe einwirkt und in der Folge Reparaturen, deren Aufwand ungleich höher wird. Die Prüfung der Bremsanlage sollte daher Bestandteil regelmäßiger Fahrzeug-Inspektion sein.